Wer legt die Regeln fest?

Ganz klar unser Bewusstsein. Wenn wir uns mit ihm auseinandersetzen, wenn und bewusst wird, dass nichts außer unserem Bewusstsein die Regeln bestimmt, wird sich unser komplettes Weltbild ändern. Wir müssen uns darüber klarwerden, dass unsere Wahrnehmung der Gesellschaft nichts anderes ist als eine Reflexion unseres Bewusstseins. Wir sehen alles von unserem Standpunkt aus, unsere Perspektive ist entscheidend und wurde von Anfang an festgelegt, es wurde bestimmt, wie unsere Welt auszusehen hat, ohne dass wir das infrage stellen.

Aber was, wenn da etwas anderes ist? Was, wenn es in uns eine Kraft gibt, die dir zeigt wie die Welt wirklich ist? Was genau ist Realität und was ist nur Illusion? Wir verlassen uns einzig uns allein auf unsere Wahrnehmung, auf unsere Sinne. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Welt wirklich so ist wie sie ist. Wie würde unsere Welt aussehen, wenn wir alle blind wären? Wie würde unsere Gesellschaft aussehen, wenn wir alle taub wären? Welche Kunstformen würde es geben, welchen Ausgleich würden wir schaffen? Was würden wir entwickeln, wie würde unser System aussehen?

Die „Realität“ wurde uns beigebracht, wir wurden geformt und durch die allgemein geltenden Werte und Normen wissen wir, wie wir uns zu verhalten haben, was wir tun müssen. Doch wie entstehen diese Regeln? Wie sieht die Realität wirklich aus? Können wir in unserem Leben von Wahrheit sprechen? Wir wissen doch im Grunde rein gar nichts über uns, wir selbst sind das große Rätsel, wir selbst sind das unglaubliche Mysterium. Wir sehen die Welt, wie wir sie wahrnehmen, wie sehen sie einzig und allein von unserem Standpunkt aus. Wenn alles nur über unser Bewusstsein kreiert wird, wie wissen wir, dass alles um uns herum wirklich existiert und nicht reine Fiktion ist? Was, wenn wir uns in einer endlosen Trance befinden, in unserem eigenen Traum, unserem selbst erschaffenen Universum? Wer sagt uns, dass wir real sind?

Uns wird gesagt, wie die Welt aussieht und wir glauben denen, die es uns sagen. Warum entwickeln wir mit der Zeit die Eigenschaft, alles willkürlich anzunehmen, was man uns sagt? Warum hören wir auf, Dinge zu hinterfragen und an ihnen zu zweifeln?

Ich will hierzu ein Beispiel aus dem Buch „Sophies Welt“ aufnehmen:

Gehen wir davon aus, ein Ehepaar sitzt mit ihrem Kleinkind am Küchentisch. Die Mutter verlässt kurz den Raum, plötzlich ruft das Kind begeistert: „Schau mal Mama, Papa fliegt!“ Es geht davon aus, dass es etwas ganz Normales sei, durch die Gegend zu fliegen. Die Mutter lacht nur, weil sie es für einen Witz des Kindes hält. Als sie jedoch den Raum wieder betritt, stellt sie schockiert fest, dass das Kind Recht hatte. Sie fällt in Ohnmacht und ist wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens traumatisiert.

Dieses Beispiel zeigt uns, dass wir nur von den allgemeinen Weltansichten beeinflusst werden. Die Gesellschaft legt Werte und Normen fest, nach denen wir uns zu richten lernen. Aber wie entwickelt man Vorstellungen von Moral? Wer sagt uns, was richtig ist, wer legt die Regeln fest? Unsere Welt wird hauptsächlich durch Emotionen kreiert. Emotionen und Gefühle zeigen uns, was richtig und was falsch ist. Man spürt quasi, ob man etwas Gutes oder Schlechtes tut. Wir haben im Leben die unterschiedlichsten Dinge erfahren und die unterschiedlichsten Emotionen gespürt. Dabei gibt es nur zwei menschliche „Hauptempfindungen“: Liebe und Angst.

Insbesondere die Angst steht uns häufiger als wir denken im Weg. Sie hindert uns beispielsweise daran, unsere Komfortzone zu verlassen. Sie ist der Grund, warum wir Neid, Hass, Wut, Scham und Enttäuschung erleben. Diese Empfindungen sind Abzweigungen von Angst, sie sind der negative Einfluss auf unser Ego. Glauben wir der Spiegelung unseres Egos auf die Außenwelt, besitzen wir Feinde, empfinden Hass gegenüber denen, die wir nicht verstehen. Doch das ist nur eine Illusion. Wir haben Angst vor dem Unbekannten, wir haben Angst davor, fremde Dinge zu verstehen. Unsere „Feinde“ sind keine Feinde, die sind eine Projektion unseres Egos, in dem sich der eigentliche Feind findet.

Anstatt die Schuld immer auf andere zu schieben, müssen wir in uns selbst nach der Wahrheit suchen, wir müssen in uns selbst das Göttliche finden, das Liebe und Nächstenliebe ermöglicht. Der Weg zu uns selbst nimmt uns die Angst und zeigt uns Liebe. Wir alle sind gleich geschaffen, wir alle sind verbunden miteinander.

Das Interessante daran ist, dass uns kaum etwas über unser Bewusstsein bekannt ist. Wir glauben dem, was wir wahrnehmen, aber wir können nicht garantieren, dass nicht alles nur Fiktion ist. Warum träumen wir? Warum erleben wir das Phänomen des Deja Vu? Gibt es vielleicht etwas Höheres, Unbekanntes, das uns verborgen bleibt? Vermitteln sowohl Religionen der heutigen Zeit als auch die längst vergangenen spirituellen Vereinigungen vielleicht fortschrittlichere Dinge, als wir denken?

Das Bewusstsein ist ein Mysterium und eine unglaubliche Kraft zugleich, die uns Menschen miteinander verbindet. Wir sind keine einzelnen Wesen, wir sind alle zusammen Teil eines großen Ganzen, Teil einer Welt. Es ist nahezu unbegreiflich, aber wir müssen akzeptieren, dass unsere äußere Erscheinung nicht primär ist. Unser Innenleben, unser Geist und unsere Seele sind bedeutend und nehmen unsere Welt so wahr, wie sie ist. Der eigentliche Fehler ist, dass wir durch unser Inneres wahrnehmen, wir nehmen über Gefühle und Sinne wahr, aber was wir wahrnehmen, ist nicht das Innere anderer, sondern deren äußere Hüllen, die Körper in denen sie leben. Deswegen kommt es zu einem Missverständnis in unserer Gesellschaft. Wir sehen Menschen nicht, wie sie wirklich sind, wir sehen nur ihre Erscheinung. Unsere Wahrnehmung wurde so beeinflusst, dass wir die Person, die vor uns steht niemals so sehen werden, wie sie tatsächlich geschaffen wurde.

Das paradoxe daran ist, dass wir mit ihnen über Körpersprache, über Worte und Mimik kommunizieren können, jedoch nicht über unsere Gedanken, Empfindungen uns Gefühle, zumindest glauben wir das. Uns fehlt der Glaube daran, dass es möglich ist, weil wir über die Wahrnehmung unserer Gesellschaft erzogen wurden. Uns wurde ein falschen Bild vermittelt, dass uns den Glauben nimmt. Falls es also tatsächlich möglich wäre, würde es bedeuten, dass wir alle zusammen eine Einheit bilden und uns im Prinzip ein spirituelles Band verbindet.

Doch genau diese Einheit wird zerstört, indem wir uns selbst bekämpfen. Indem wir Menschen mit negativen Gefühlen und Eindrücken wie Angst begegnen, bedeutet das, dass wir nicht mit uns Selbst im Reinen sind. Wer ein Konkurrenzverhalten, Misstrauen und Neid gegenüber seinen Mitmenschen entwickelt und diese so verletzt, fügt nur sich selbst Schaden zu. Wir kämpfen gegen unser eigenes Bewusstsein, gegen unser eigenes Ego an und merken es nicht. Wir müssen in uns selbst suchen, um die Wahrheit zu finden, in uns selbst ruht der Frieden. Aber diesen können wir nur erlangen, wenn wir unseren Ängsten und Zweifeln in die Augen blicken und anfangen zu lieben. Wenn wir im Allem das Positive sehen, werden wir eine Energie versprühen, die auch andere Menschen erreicht. Solange wir sie lieben, ihnen mit Respekt begegnen, sie akzeptieren und sie zu etwas Besonderem machen, dann werden wir das zurückbekommen.

Dabei ist es völlig irrelevant, wie viel Geld diese Menschen verdienen, wie intelligent sie sind, wo sie herkommen, welche Hautfarbe sie haben. Denn diese Vorurteile werden allein von der Gesellschaft geschaffen, wir versuchen, festzulegen, wen wir wie behandeln müssen. Dabei ist es ein falscher Ansatz, gegen das zu ankämpfen, was falsch auf dieser Welt ist. Wenn man sich gegen Krieg ausspricht, bedeutet das, dass man Angst hat und sich gegen die eigenen Ängste des Egos ausspricht. Es bedeutet nicht, dass man tatsächlich etwas verändern kann, es zeigt nur, dass man etwas fürchtet, und somit auch sich selbst. Wenn es keinen Krieg geben würde, gäbe es auch keinen Frieden. Die Welt ist im Gleichgewicht und sorgt dafür, dass man Positives viel intensiver erfährt, wenn Negatives existiert. Ohne Angst gäbe es keine Liebe und das ist der Punkt. Wir versuchen in allem die Wahrheit zu finden, Frieden zu schaffen, alles zu verbessern, dabei vergessen wir, in uns selbst danach zu suchen.

Die Schranken der Freiheit

Ich möchte frei sein. Ich kann das alles nicht mehr. Ich will weg von hier, irgendwohin, wo keiner meinen Namen kennt. Irgendwo, wo ich nur ich selbst sein kann, keine Verpflichtungen habe, das machen kann, was ich will.

Es heißt, dass jeder Mensch nach Glück strebt. Jeder will das erlangen, was er nicht haben kann. Ich will mich selbst finden bevor ich von Glück rede. Ich kann es nur durch mich finden, die nackte Wahrheit findet sich nicht hier, nicht in dieser kaputten Gesellschaft. Ich weiß, dass jeder Mensch diesen Wunsch hat, aber wer von uns erfüllt sich seinen Traum? Wer von uns hat es jemals geschafft auszubrechen?

Wir alle sitzen doch in ein paar Jahren auf unseren Schaukelstühlen, schauen unseren Enkelkindern beim Spielen zu und erkennen, dass wir niemals glücklich waren. Wir haben Tag für Tag das gemacht, was von uns verlangt wurde, unseren Beitrag zur Gesellschaft geleistet, wir sind abgesichert und können sterben ohne jemals unsere Gewohnheiten abgelegt zu haben. Dann erzählen wir unseren Enkeln, sie sollen an ihre Träume glauben. Aber wie können sie das mit uns als Beispiel?

Es ist unmöglich, sich seinen Träumen und Ängsten zu stellen, aber was sollen wir machen? Wir schwimmen alle mit dem Strom, wissen nicht, wohin mit uns und bleiben bei der Masse. Aber wieso, wenn uns das nicht glücklich macht? Wieso tun wir uns das an? Unsere Geschichten sind geschrieben, wir können sie ändern, aber wieso sollten wir? Wir wissen alle, dass wir unsere Schule gut machen werden, wir wissen doch alle, dass wir studieren werden, Medizin oder so etwas, wir wissen, dass wir eine kleine Familie gründen werden und ein hübsches Häuschen haben werden. So wie alle. So wie alle sitze ich in meinem Zimmer und verstehe die Welt nicht. So sollte es nicht sein.

Ein Grundrecht des Menschen ist es, frei zu sein und bestimmen zu können über das, was er tut. Aber wie können wir das, wenn uns alles und jeder beeinflusst? Wenn uns niemand ernst nimmt und alles nur als unmöglich abstempelt? Warum sagen uns immer alle, wir sollen an unsere Träume glauben, um sie dann als lächerlich abzustempeln?

Ich schaffe es nicht. Wie soll ich es denn schaffen, wenn niemals jemand an mich geglaubt hat? Wir werden doch geformt, vom Schulsystem, der Ausbildung, den Eltern, den Vorstellungen. Alles was wir sind ist eine Vorgabe, eine Form des perfekten Kindes. Wir alle wissen, was auf uns zukommt. Aber ich will das nicht. Natürlich will jeder die Welt verändern und nur die wenigsten schaffen es, aber ich will wenigstens mich ändern. Was heißt ändern, ich will mich einfach nur finden. Wie soll ich mich entscheiden, wenn ich nicht weiß, wer ich wirklich bin? Ich muss hier raus, ich will diese Sicherheit nicht mehr. Ich will meine Angst bezwingen, ich will das alles nicht mehr, ich will hier raus.

Ja, ich spreche von Angst. Sie ist natürlich und menschlich, jeder hat Angst. Aber warum versuchen wir nicht, ihr entgegenzuwirken? Sie ist eine Kraft in uns und kann bezwungen werden, aber warum sollten wir das tun? Es ist doch viel gemütlicher hier in unserem, kleinen Haus, in unserem Bett, eingekuschelt und warm. Doch irgendwann wird es einfach zu heiß, irgendwann versucht man diese Decke abzustrampeln, weil man das alles nichtmehr will.

Ich habe mich schon oft gefragt, ob ich Sicherheit oder Freiheit möchte. Und ich weiß, dass ich Freiheit will. Ich hasse die Sicherheit und Richtlinien. Ich weiß, dass ich das alles nicht mehr lange machen werde, ich habe Angst, aber das ist mir egal, ich gehen das Risiko ein, mehr als mein altes Leben kann ich ja nicht verlieren, oder?

Warum ich nicht den Erwartungen unserer Gesellschaft gehöre

Mir war schon sehr früh klar, dass ich nicht das machen will, was meine Eltern von mir verlangen. Ständig geht meine Mutter davon aus, dass ich Medizin studieren werde, ständig stellt sie ihre Weisheit über meine Aussagen. Ich erkläre ihr so oft es sein muss, dass ich mir aller Wahrscheinlichkeit nicht für diesen Studiengang entscheiden werde, da meine Leidenschaft einfach in der Kunst, insbesondere der Literatur liegt. Ich weiß zwar noch nicht genau, was ich studieren werde, jedoch weiß ich genau, dass ich Träume habe, die ich mir von niemandem nehmen lasse.

Ich weiß, jeder von euch denkt jetzt wahrscheinlich, dass 90% aller jungen Leute so denken wie ich, aber ich bin mir sicher, dass nur die wenigsten ihre Träume tatsächlich realisieren. Die meisten haben nicht den Mut, den ersten Schritt zu machen, die meisten haben nicht den Ehrgeiz sich gegen alle, die sich ihnen in den Weg stellen, durchzusetzen, die meisten von ihnen sind einfach nicht bereit, ihr altes Leben, ihre Gewohnheiten, hinter sich zu lassen, um etwas Neues zu probieren, ein neues Leben aufzubauen, das Nest zu verlassen.

Und genau diese Versager sind es, die mich motivieren, die mich antreiben, immer höher bringen. Ich will einfach nicht so werden wie sie, ich will nicht so enden, wie der Großteil unserer Gesellschaft. Ich will etwas bewirken und ich weiß, dass ich das auch schaffen werde. Jeder Mensch hat Träume, diejenigen, die aufgegeben haben sind einfach nicht bereit, es den Mutigen zu gönnen. Sie haben ihren Optimismus verloren, sie haben aufgegeben, sie haben es einfach nicht geschafft und auch nie wieder versucht. Und genau das ist es, was in unserer Gesellschaft nicht stimmt. Wenn sie es nicht geschafft haben, ihre Träume zu leben, warum gönnen sie es nicht den Kämpfern, die es tatsächlich versuchen, genau das zu erreichen, was alle aufgegeben haben? Warum ziehen sie uns runter, indem sie uns auslachen? Warum sagt dir jeder: Lebe deine Träume, tu es einfach! Und warum meint es niemand; warum werden wir ausgelacht, wenn wir versuchen, andere für unsere Träume zu begeistern?

Mein Ziel ist es, mich von allen abzusetzen, die mich runterziehen. Nur weil sie es nicht geschafft haben, warum soll ich es nicht schaffen? Diese Menschen haben die Hoffnung in sich selbst verloren; sie haben sich selbst aufgegeben, sie haben den Glauben verloren, ihre Träume fallengelassen. Von diesen Menschen will ich mich nicht umgeben. Wenn kein anderer an dich glaubt, musst du es halt selbst tun. Ich bin jung und ich will leben, ich weiß, dass unsere Zeit auf dieser Erde begrenzt ist, ich möchte sie mit allen ihren Wundern erleben, solange ich kann. Warum sollten mir Menschen vorschreiben, was ich zu tun habe? Warum bewundern die Menschen unserer Gesellschaft die, die es geschafft haben, aber warum geben sie niemandem die Chance so ein Mensch zu werden?

Ich habe es satt, mir vorschreiben zu lassen, was ich zu tun habe, ich habe es satt, mir mein Freiheitsgefühl nehmen zu lassen, ich habe es einfach nur satt, eingeschränkt zu werden, programmiert zu werden. Wir werden von unseren Lehrern belehrt, von unserer Gesellschaft geformt, von unsern Eltern erzogen. Wir sind nicht wir selbst, wir sind die Summe des Einflusses dieser Menschen; wir sind das, was sie aus uns gemacht haben. Die meisten lassen es zu und akzeptieren es, wie es ist, aber nur wenige lassen es zu und ertragen es schweigend, hinterfragen jedoch alles. Sie lassen sich nicht von all diesen negativen Faktoren beeinflussen, sie gehören nur sich selbst. Ich gehöre meinem Geist, ich gehöre mir selbst und ich lasse mir das nicht nehmen.

Ich versuche nicht, unser komplettes Schulsystem zu ändern, ich kann nicht unsere gesamte Gesellschaft umkrempeln, aber ich kann mich selbst ändern, ich kann an meinen Aufgaben wachsen und ständig besser werden. Ich weiß, dass ich nicht die Welt verändern kann, aber ich weiß, dass ich mich ändern und damit etwas erreichen kann. Ich lasse mir schon lange nicht mehr vorschreiben, was ich zu tun und zu denken habe, natürlich kann ich nicht jedem Einfluss aus dem Weg gehen; trotzdem versuche ich ständig, mir selbst treu zu bleiben, mich zu kreieren. Meine Eltern dürfen sich mir in den Weg stellen, wenn sie wollen, aber sie müssen mit Widerstand rechnen. Sie dürfen nicht von mir erwarten, dass ich ihnen glaube, wenn sie sagen, sie werden immer hinter mir stehen, egal was ich tue. Es ist nicht richtig, ich weiß genau, dass sie von mir gewisse Dinge erwarten, die ich aber nicht erfüllen kann, weil es nicht meiner Person entspricht. Ich weiß, dass meine Eltern nur das Beste für mich wollen und ich weiß ihre Erziehung wirklich sehr zu schätzen, jedoch wissen sie manchmal einfach nicht, was das Beste für mich ist. Sie wollen mich auf ihren Weg bringen, auf die von ihnen gepflasterte Straße, um es mir so leicht wie nur möglich zu machen. Aber ich möchte keine fertige Straße, ich möchte meine eigenen Pfade trampeln, ich möchte mich verlaufen und neu orientieren, ich möchte Fehler machen und aus ihnen lernen. Sie akzeptieren nicht, dass ich mir selbst gehöre, sie wollen immer alles für mich planen, dabei merken sie nicht, dass ich ihrem Plan schon längst nicht mehr folge.

Warum wird uns jungen Menschen immer von Eltern, Lehrern, Erwachsenen gesagt, wir sollen unseren Charakter entwickeln, wir sollen uns selbst finden, wir sollen unsere Ziele verfolgen, das tun, worauf wir Lust haben? Warum tischen sie uns diese Lüge von „Freiheit“ auf? Von „eigener Meinung“? Glauben sie denn wirklich, dass es uns gut tut, von ihnen geformt zu werden, glauben sie wirklich, dass wir mit denselben Methoden erzogen werden müssen wie sie zu ihrer Zeit? Kein anderer als ich selbst kann mich auf die Zukunft vorbereiten, es reicht nicht, mich mit Wissen vollzustopfen, wenn meine Einstellung nicht stimmt. Ich weiß nicht wer ich bin, aber mir wurde erklärt, was ich machen muss, aber so darf es schlichtweg nicht sein. Wie kann etwas so widersprüchlich sein wie der Umgang der Gesellschaft mit unserer Jugend? Wie kann sich ein ganzes System so selbst belügen?

Wir werden kaputt gemacht, „Burn-out“ schon in der Jugend, gefolgt von Depressionen. Wir definieren uns über Noten, über erbrachte Leistungen, obwohl uns immer gesagt wird, dass „glücklich sein“ an erster Stelle steht. Wir versuchen Erwartungen zu erfüllen, die unsere Träume zerstören, uns unsere eigenen Gedanken nehmen. Wir funktionieren, damit alle glücklich sind- alle außer uns selbst. Und wenn wir die Stimme erheben, werden wir zurückgewiesen, wir können nicht gewinnen. Wer wird gehört? Wir oder die Erwachsenen? Wir werden ausgelacht, unsere Ideen als lächerlich abgestempelt, unsere Träume als unerreichbar angesehen.

Ja, wir sind jung, naiv und unerfahren. Aber wir haben ein Recht darauf zu leben, Fehler zu machen und an ihnen zu wachsen. Wir haben ein Recht darauf zu scheitern und immer wieder aufzustehen, es immer wieder zu versuchen. Wir haben ein Recht auf eine eigene Meinung, ein Recht auf Freiheit. Wir haben ein Recht auf unsere Träume. Wir haben ein Recht auf uns selbst.

Warte nicht den Rest deines Lebens 

Ich habe ständig das Gefühl, mir fehlt ein Teil, das Gefühl, ich sei nicht der Mensch, der ich bin. Ich sage mir ständig, ich müsse meinem Ideal so nahe wie möglich kommen, um endlich leben zu können. Ich sage mir, ich muss abnehmen, damit ich anziehen kann, was ich will und mich selbst durch meine Kleidung uneingeschränkt ausdrücken kann.

Ich liebe Mode, sie ist eine wundervolle Art der Kunst, eine Spiegelung der Zeit und der eigenen Persönlichkeit. Ich finde es einfach nur schade, dass ich sie nicht so leben kann, wie ich gerne möchte. Ich werde ständig inspiriert, aber dann sage ich mir immer wieder, dass das an mir eh nicht so toll aussieht und wenn ich das Kleidungsstück trage, es nur kaputt mache und ihm die eigentliche Wirkung nehme. Ich habe das Gefühl, nicht gut genug für meinen Kleidungsstil zu sein, also sage ich nur ständig, ich sollte warten, bis ich abgenommen habe. Das ist falsch, so falsch.

Wie soll ich je anfangen zu leben, wenn ich mir selbst im Weg stehe? Ist doch egal was andere denken, warum trage ich nicht einfach das, was meiner Persönlichkeit und meinem Kleidungsstil entspricht? Es ist doch schade, sein Leben lang zu warten, bis man endlich dünn genug ist, das anzuziehen, was man möchte oder abends feiern gehen zu können, weil man das richtige Outfit hat.

Ich merke langsam, dass das mein Haupt-Hindernis ist und ich anfangen sollte, es zu überwinden, weil ich sonst nie dazu komme. Es reicht nicht, einfach nur zu warten und zu gucken, was passiert. Bekämpft eure Schwächen und konfrontiert euch selbst mit ihnen! Ohne sie zu erkennen und einzusehen, werdet ihr nie frei leben können!

Aber vergesst trotzdem nicht, euch selbst zu lieben. Tragt meinentwegen, was ihr wollt, um beim Beispiel der Mode zu bleiben. Es ist wichtig, dass ihr euch so akzeptiert, wie ihr seid und dass ihr nicht in Selbstmitleid und Elend verfallt. Ihr müsst leben auch ohne eueren Traumkörper, vielleicht mit eurer Schüchternheit, mit eurer Angst und euren Zweifeln. Sie sind dazu da um bezwungen zu werden, aber dafür müsst ihr sie zulassen, sonst könnt ihr euch niemals ändern und frei machen.

Be happy with what you have while working for what you want.

Ihr müsst glücklich sein mit dem, was ihr bereits erreicht habt, anstatt ständig darüber nachzudenken, was ihr noch alles hättet erreichen können. Mit Geduld und Disziplin könnt ihr alles schaffen, der Schlüssel liegt nur im Tun! Wenn ihr einen perfekten Beach Body wollt, dann kämpft für ihn und tut so viel ihr nur könnt, um euer Ziel zu erreichen, aber vergesst nicht, dass ihr auch so perfekt seid. Ihr optimiert nur die Umsetzung eurer Ziele und das ist gut. Ihr gebt euch selbst etwas, woran ihr wachsen könnt und etwas besseres gibt es nicht.

Das einzige, was uns vielleicht noch im Weg stehe könnte ist unsere Faulheit. Wir warten, dass das Glück von selbst zu uns kommt anstatt etwas dafür zu tun. Es ist so schwierig, seinen Schweinehund zu bekämpfen, so hart, gegen ihn zu gewinnen. Vielleicht ist der Kampf gegen uns selbst der schwierigste überhaupt, aber selbst wenn wir einen Rückfall erleben, niedergeschlagen werden, aufhören zu kämpfen, nachlässig werden und die Hoffnung verlieren, ist es nicht vorbei. Es ist nicht verloren und wir dürfen niemals aufgeben. Wir sind so stark, wir sind Löwen und Wöfe und die Helden unserer eigenen Geschichte. Wir müssen jedes verdammte Mal aufstehen und es nochmal versuchen. Jedes verdammte Mal.

Wenn du dich ändern willst, dann tu es, steh genau jetzt auf und mach es! Glaub mir es tut nicht weh und es ist ein wundervolles Gefühl. Du brauchst kein neues Jahr und auch keinen Montag um anzufangen. Hör genau jetzt auf zu lesen und fang an! Schluss mit dem ewigen Warten, es ist Zeit, endlich dein Leben in den Griff zu kriegen und selbst zu bestimmen wer du sein willst. Fang an zu leben! Fang einfach an und minimiere die Spanne zwischen der Person, die du bist und der Person, die du sein willst, denn nur so wirst du glücklich. Befreie dich aus deinem Warten, aus deiner Gefangenschaft und fang an! Mach den ersten Schritt, dann schaffst du es, es ist nie zu spät! Ich glaube an dich, entäusch mich bitte nicht. Über dir wacht ein Wolf, der an nichts mehr glaubt als an die Kraft seines Rudels. Du schaffst das.

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.

„not every person you lose is a loss“

Ich glaube jedem Menschen ging es schon einmal so, dass er unter einer Freundschaft gelitten hat. Ich werde so oft von meinen „besten Freundinnen“ enttäuscht, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, ob ich dafür kämpfen soll, unsere Freundschaft aufrecht zu erhalten. Ich habe das Gefühl, dass sie mich runter ziehen, wir haben teilweise unterschiedliche Interessen und sie sind enttäuscht von mir, wenn ich beispielsweise nicht mit ihnen feiern gehen möchte, weil ich zu müde bin und mich nicht gut fühle. Aber warum lasse ich mir das gefallen? Wenn ich nicht in der Verfassung und Stimmung bin, warum soll ich dann feiern, nur um sie glücklich zu machen? Ich verstehe nicht, wie sie mich so unter Druck setzten können, es geht doch nicht um sie, sondern um mich? Soll ich mich dazu zwingen glücklich zu sein, nur damit sie nicht sauer auf mich sind? Ich muss mich doch nicht dafür rechtfertigen, was ich tue, es ist immerhin meine eigene Entscheidung, oder? Ich verstehe es nicht und will es auch nicht verstehen.

Diese ganze Falschheit ist ekelhaft. Warum lästert ständig die eine über die andere? Warum sagt mir die eine, sie findet die andere total hinterhältig oder kindisch, um dann mit ihr zusammen etwas zu machen und mich auszuschließen? Warum mache ich mir Gedanken über ihre Probleme, wenn ihnen meine scheißegal sind?

Ich lasse mir das nicht mehr gefallen, es ist mir egal, wie lange wir „beste Freundinnen“ waren. Es ist einfach nur noch egal, ich muss diese Freundschaft nicht am Leben erhalten, wenn sie mich kaputt macht. Es ist nicht meine Aufgabe, für Menschen Ozeane zu überqueren, die nicht mal über eine Pfütze für mich springen würden. Ich fühle mich runtergezogen, ausgenutzt und einsam. Das ist keine wahre Freundschaft mehr für mich.

Ich bin immer für sie da, wenn sie mich brauchen, aber sie nie für mich. Sie lachen über meine Probleme, sind egoistisch und wollen immer besser sein als ich. Aber mir wurden die Augen geöffnet. Ich mache mich nie so stark von einem anderen Menschen emotional abhängig, dass es wehtun könnte. Ich helfe ihnen, wann immer ich kann, aber es ist Zeit, mich neu zu orientieren. Nichts hält für immer und ich lasse mein Glück ganz sicher nicht von einer Freundschaft abhängig werden. Es ist Zeit, loszulassen, wir haben viele wunderschöne Momente gemeinsam erlebt, aber das muss ich mit nicht mehr antun. Menschen ändern sich und Freunde gibt es wie Sand am Meer. Habt keine Angst, loszulassen, nehmt die Zeit hin, wie sie war, aber klammert nicht daran fest.

Es macht keinen Sinn, etwas am Leben zu erhalten, was schon längst tot ist. Erkennt es frühzeitig und entscheidet euch. Ich werde niemals unter einer Freundschaft wie dieser leiden, weil sie es einfach nicht wert ist. Ich liebe beide meiner Freundinnen wirklich sehr, aber sie haben mich enttäuscht und in ihrer Rolle versagt. Jetzt müssen sie sehen, wie sie ohne mich klarkommen.

not every person you lose is a loss

Das ist es was uns ausmacht. Die Gabe zu erkennen, wann wir loslassen müssen, wann wir uns von etwas trennen müssen, das uns runter zieht und uns schadet. Bitte, entscheidet euch nicht zu lange, trefft innerlich eine Entscheidung, aber trefft sie! Ändert eure Einstellung, seid lieb zu euren Mitmenschen, aber erkennt bitte, wann es vorbei ist. Ihr macht euch sonst nur innerlich kaputt und das ist es nicht wert. Umgebt euch mit Menschen, die an euch glauben, seid mit Menschen zusammen, die euch glücklich machen, die euch Hoffnung und Liebe geben. Das sind wahre Freunde, Freunde, die dir zeigen wer du bist, wenn du auf dem falschen Weg bist, Freunde, die auch in schlechten Zeiten immer für dich da sind. Umgebt euch mit Menschen, die euch lieben und nie von eurer Seite weichen, anders werdet ihr nicht glücklich.

Warum ein Egoist immer gewinnt

Zunächst einmal: Ich möchte nicht, dass die Überschrift falsch verstanden wird. Man soll kein asozialer Egoist werden, der null Rücksicht auf andere nimmt. Es geht nur darum, seine Interessen und Ziele zu kennen und etwas dafür zu tun.

Beispiel:

Ich habe einen Freund, der wirklich immer lieb ist, der alles für andere tut und erwartet, dass sie dasselbe für ihn tun. Er ist extrem launisch und oft schlecht gelaunt, weil er immer wieder enttäuscht wird. Trotzdem möchte er sich nicht ändern.

Ich war eine Zeit lang auch wirklich dagegen, egoistischer zu sein, ich war davon ausgegangen, es sei etwas Schlechtes, aber das kann man so nicht festlegen. Es geht mir nur darum, dass ihr auch mal lernt nein zu sagen, ohne euch rechtfertigen zu müssen.

Ich habe früher immer versucht es allen Recht zu machen, ich war immer freundlich, habe das getan, worum man mich gebeten hat, weil ich erwartet habe, dass man das gleiche für mich tut. Aber so ist es nicht. Menschen vergessen, was du für sie tust und die Konsequenz ist, dass du dich ausgenutzt fühlst.

So habe ich irgendwann gemerkt, dass ich nur noch die Dinge machen möchte, auf die ich auch wirklich Lust habe. Ich mache nichts mehr für Leute, die nicht dasselbe für mich tun würden, ich versuche nicht mehr, ständig allen gerecht zu werden. Das schafft sowieso niemand, weil es immer jemanden geben wird, der sich bei dir beschwert.

Aber das ist irrelevant. Ich habe gemerkt, dass ich glücklicher bin, wenn ich mehr an mich denke, anstatt ständig nur an die anderen. Ich bin fröhlicher geworden und im Endeffekt hat es niemandem geschadet, ganz im Gegenteil. Ich habe gelernt, Menschen meine Meinung direkt zu sagen, wenn mir etwas nicht passt. Es macht keinen Sinn, Konflikten aus dem Weg zu gehen, da sie letztendlich nur eskalieren, wenn man sie zu lange hinauszögert. Natürlich soll man jetzt nicht sofort anfangen, mit jedem über jede Kleinigkeit zu streiten, aber wenn man sich wirklich gestört fühlt, muss man es ansprechen.

Zudem wusste ich nun, wer meine wahren Freunde sind und auf wen ich mich verlassen kann. Was andere Menschen über mich denken ist mir zunehmend egal geworden, ich habe meine eigenen Interessen selbstbewusst vertreten und das hatte einen positiven Einfluss, sowohl darauf, wie andere mich sahen als auch auf mich selbst. Ich wurde mehr respektiert und geschätzt, die meisten wissen heute, dass man sich mit mir besser nicht anlegt, andererseits aber auch, dass ich ehrlich und fair bin. Ich selbst traue mir mehr zu, bin mutiger, verlasse meine Komfortzone immer öfter.

Ich bin viel glücklicher geworden, weiß was ich will und die meisten mögen mich so, wie ich bin. Menschen sehen dich nicht als Freund an, nur weil du Dinge für sie tust. Es reicht nicht einfach nur das nette, liebe Mädchen zu sein. Du wirst nicht als Freundin angesehen, alle wissen, dass man mit dir machen kann, was man will. Wenn es dich nicht glücklich macht, warum solltest du es dann tun? Warum solltest du nicht bedingungslos nein sagen dürfen?

Was mir jedoch wirklich klargeworden ist, ist, dass du am Ende nur dich selbst hast, du bist die einzige Person, die immer für dich da ist, du bist die Person, für die es sich lohnt, glücklich zu werden. Jeder wird dich irgendwann verlassen oder nicht für dich da sein. Solange du dir selbst treu bleibst und du dir klar machst, dass du es wert bist, respektiert zu werden, steht dir eigentlich nichts mehr im Weg. Du wirst erfolgreicher und gehst voran.

!! Egoistischer zu sein bedeutet keinesfalls, anderen Menschen gegenüber unfreundlich zu sein. !! Es ist falsch zu denken, dass man andere verletzten muss, um sich selbst wichtig zu sein. Wäre das der Preis, hätte ich ihn niemals gezahlt. Ich bin ehrlich gesagt viel sozialer geworden, die meisten Menschen schätzen mich nun als wahre Freundin, der sie sich immer anvertrauen können. Ich werde ernst genommen und bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

Ich bin erfolgreich, mache mein Ding und lasse mich nicht von der Meinung anderer beeinflussen, und das sind nur einige der Nebenwirkungen.

don’t be scared to be a bitch.

Teen Society

Warum zerbrechen wir an unserer Gesellschaft? Warum werden wir nicht verstanden? Warum macht uns der Leistungsdruck kaputt? Was ist die Wahrheit über unser Leben? Warum fühlen wir uns alleine gelassen? Warum nehmen wir Drogen? Warum wollen wir uns trotzdem nicht unterkriegen lassen?

Das alles sind Fragen, die sich wahrscheinlich nicht vollständig in einem Artikel beantworten lassen, aber vielleicht schaffe ich es ja, einigen die Augen zu öffnen.

Warum wir an unserer Gesellschaft zerbrechen ist die eigentlich wichtigste Frage. Die meisten von uns wachsen in sicheren Verhältnissen aus, sie werden finanziell von ihren Eltern unterstützt, ihre Karriere ist gesichert, da ihnen Bildung ermöglicht wird. Sie haben ihren Freiraum, sie haben soziale Kontakte, Hobbies, die sie ausführen können. Alles in allem ein perfektes Leben, ausgeglichen, sicher und sorgenfrei.

Aber so ist es nicht. Wir sind nicht sorgenfrei. Wir machen uns Tag und Nacht Sorgen. Wir können nicht befreit leben, weil wir eingeschränkt werden, wir werden beeinflusst und haben das Gefühl, in unserem Alltag zu ersticken. Wir sind jung, haben Zweifel an uns selbst, aber gleichzeitig das Gefühl, wir wären den unendlichen Weiten des Universums mit all seinen Wundern gewachsen, als könnten wir die Welt verändern. Wir wollen leben, aber wir können es nicht. Wir sind gefangen in unseren eigenen vier Wänden, wir sind innerlich zerrissen.

Uns wird gesagt, was wir schaffen können, uns werden Vorbilder geliefert, uns wird gesagt, wir können das machen, worauf wir Lust haben, unsere Träume leben. Aber gleichzeitig wird uns vorgeschrieben, was wir zu tun haben, es werden Erwartungen an uns gestellt, wir werden nach unserer Meinung gefragt, aber wir stellen fest, dass es sich dabei um eine rhetorische Frage handelt. Wir werden nicht wirklich gehört, uns wird gesagt, was wir zu tun haben und wir müssen es machen. Dann wird uns eine Meinung aufgedrängt, uns wird alles aufgedrängt, nur damit wir nicht auf die Idee kommen, wir würden es nicht bekommen. Uns wird eine Meinung aufgedrängt, uns wird Persönlichkeitsentfaltung aufgedrängt, uns wird Wissen aufgedrängt, uns werden Dinge aufgedrängt, die wir eigentlich selbst erfahren müssten. Wir müssen das machen, was von uns verlangt wird während von uns verlangt wird, dass wir das machen, was wir machen wollen. Unsere Gesellschaft hat Erwartungen an uns, mit denen wir uns nicht identifizieren können, sie urteilt über jeden, der diese nicht erfüllt und unsere Gesellschaft stellt einen endlosen Konkurrenzkampf dar, der uns nicht zuletzt dazu bringt, uns nur noch über erbrachte Leistungen zu definieren.

Warum also fühlen wir uns unverstanden? Ich persönlich werde überhäuft mit Vorschlägen, mit Plänen, Möglichkeiten. Mir wird alles gegeben, ohne dass ich es will. Wenn ich von etwas erzähle, das mich begeistert, kommt entweder ein lächerliches Abwinken oder ich werde so mit Vorschlägen überhäuft, die auf so enthusiastische und heuchlerische Weise meine Begeisterung verstärken sollen, dass sie letztendlich komplett erlischt. Alle gehen davon aus, dass sie mich perfekt verstehen und ‚coole Erwachsene’ sind, aber dabei sind sie so egozentrisch, dass sie mir oft überhaupt nicht zuhören.

Wir haben das Gefühl, ausgelacht zu werden für das, was wir denken, für unsere Meinung. Wir werden nicht ernst genommen, unsere Interessen werden zurückgestellt, unsere Meinung wird nicht als solche angesehen, weil wir ja noch gar keine Ahnung von der Welt haben. Uns wird gesagt, wir haben ein leichtes Leben und sollen unsere Jugend genießen, weil das Leben noch viel härter wird mit der Zeit. Schön, dass es allen so schlecht geht. Schön, dass alle nicht mehr mit den Problemen ihrer Jugend klarkommen müssen. Aber für uns sind es Probleme und wenn wir darüber reden wollen, werden wir einfach übergangen. Wir werden ignoriert, unsere Leidenschaften werden als ‚Phasen’ abgetan, wir werden einfach nicht gehört.

Warum die hohen Erwartungen und der ständige Leistungsdruck die Sache nicht besser machen, werde ich im Folgenden versuchen zu erklären. Sowohl Eltern als auch Lehrer versuchen uns einfach immer wieder klarzumachen, dass Noten nicht alles sind, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt. Warum fühle ich mich angelogen? Dazu möchte ich eine Geschichte erzählen.


Letztens schrieb ich eine Matheklausur. Matheklausuren machen mich immer besonders fertig, da Mathe nicht unbedingt mein stärkstes Fach ist. Ich habe regelrecht Angst vor ihnen und weiß oft nicht, wie ich damit umgehen soll. Komme ich also nach meiner Matheklausur abgehetzt in meine Französischstunde, weil ich die Pause durchgeschrieben habe. Ich entschuldige mich und setzte mich leise hin. Ich habe immer noch einen verschwommenen Blick und meine Gedanken hängen immer noch an den Matheaufgaben. Ich habe noch nichts gegessen und kann mich überhaupt nicht konzentrieren. Ich sitze einfach nur bis zum Ende der Stunde da und versuche, mich ab und zu zu melden. Plötzlich taucht vor mir der Kopf meines Französischlehrers auf, er schreit mich aus heiterem Himmel an und sagt mir, das könne so nicht weitergehen. Ich würde mich respektlos verhalten, überhaupt nicht beteiligen, das sei Arbeitsverweigerung und ich werde eine fünf auf dem Zeugnis kriegen, es sei ihm scheißegal. Ich möchte etwas erwidern, er schneidet mir das Wort ab und schreit mich weiter an, sagt, dass er jetzt rede und wir ein gewaltiges Problem kriegen werden. Ich verstand die Welt nicht mehr und konnte gerade noch meine Tränen zurückhalten. Auf der Mädchentoilette fing ich an zu weinen, alles waren total überfordert, weil das bei mir wirklich nicht oft vorkommt. Er machte mir Angst. Eine 5? Meinetwegen, ich hatte zwar in beiden Klausuren eine 1- geschrieben, aber so scheint das ja heute zu laufen. Ich bekam eine zwei, mit der Begründung: Ich weiß nicht warum, ich gebe dir einfach mal eine zwei. Das ist also die neue fünf, schön dass Sie mich dafür anschreien mussten. Wenigstens habe ich so gelernt, dass ich meine Gemütsverfassung nie wieder von einem Lehrer abhängig mache.


Wir bekommen SoMi – Noten circa alle drei Monate, ich kann froh sein, wenn ich während der Klausurenphase weniger als drei Klausuren pro Woche schreibe und ich soll denken, dass andere Dinge wichtiger sind? Jeder Lehrer möchte, dass ich in seinem Fach gut bin, jeder erwartet Bestleistungen, keiner möchte den Weg für andere Kollegen frei machen. Wir werden überfordert, überlastet und das ist der Grund, warum wir am ständigen Leistungsdruck zerbrechen.

Die Wahrheit über unser Leben? Wir sind digital abhängig, wir leben durch die Medien. Dabei träumen wir in Wirklichkeit nur davon zu reisen, ferne Länder zu entdecken, von Roadtrips, davon neue Leute kennenzulernen, auf Dächer zu steigen und mit ihnen tiefgründige Gespräche zu führen, mitternachts schwimmen zu gehen, zu schreiben, zu lesen, Tee zu trinken, Abenteuer zu erleben, Berge zu besteigen, mit einem Segelschiff dem Sonnenuntergang entgegenzufahren, wilde Partys zu feiern, wir träumen einfach davon zu lieben uns zu leben. Das ist die Wahrheit über unser Leben. Wir wünschen uns den Kontakt zu anderen jungen Leuten, um mit ihnen zu träumen, aber in Wirklichkeit sitzen wir in unserem Bett, hören Musik und schreiben Blogs.

Warum wir uns alleine gelassen fühlen ist glaube ich nicht mehr so schwer zu erklären. Wir lieben unsere Familie und unsere Freunde, es gibt tatsächlich auch Lehrer, die wir als Mentoren ansehen, aber im Endeffekt haben wir nur uns selbst. Wir versinken in unseren Träumen und kehren in uns selbst zurück, in unsere eigene kleine Welt. Wir fühlen uns alleine gelassen, aber wir wollen auch alleine gelassen werden. Wir gehören uns selbst und versuchen uns zu finden. Auch wenn wir täglich von unzähligen Menschen umgeben sind, lebt doch jeder an dem anderen vorbei und kann sich nicht mit ihm identifizieren, weil er sich unverstanden fühlt. Wir sind nicht einsam, aber alleine.

Warum nehmen wir Drogen? Wir sind, jung, rebellisch und frei. Wir müssen nah am Abgrund sein, um zu leben, wir gehen ständig Hand in Hand mit dem Risiko und der Gefahr. Es liegt in unserer Natur, unsere Grenzen zu testen und zu überschreiten. Es ist ein Fluchtversuch aus unserer Gefangenschaft. Versucht es nicht zu erklären, nur ein Zitat, in dem mehr Wahrheit steckt als man denkt.

strict parents create sneaky kids.

Und warum lassen wir uns nicht kaputt machen? Ganz einfach: Weil wir immer wieder aufstehen, jung und stark sind und uns nicht unterkriegen lassen wollen. Wir stehen auf und versuchen es so oft, wie es nur geht.

10 Gründe, warum du wirklich du selbst sein solltest

  1. Jemanden zu kopieren bringt dich nicht auf den richtigen Weg
  2. Deine eigenen Träume und Ziele sind viel mehr wert als die anderer
  3. Du bist wahrscheinlich die beste Kopie von dir selbst
  4. Du wirst selbstbewusster und wächst ständig an dir und deinen Aufgaben
  5. Du ziehst andere Menschen mit deiner Art an
  6. Was du sagst und tust wird respektiert und ernst genommen
  7. Du lässt dich nicht von der Meinung anderer über dich beeindrucken
  8. Du bist ein Alphatier und inspirierst andere Menschen
  9. Du wirst mutiger und kannst deine Komfortzone verlassen, um zu leben
  10. Du machst was du willst und wirst dafür entweder geliebt oder beneidet

Warum ich mit dem Strom schwimme

Natürlich, mit dem Strom zu schwimmen ist einfach und komfortabel. Man wird mitgezogen und alles scheint ‚automatisch’ zu laufen. Man macht sich keine Gedanken darum, ob das, was man tut, richtig ist. Man macht es einfach, weil alle anderen es machen und dann kann es ja nicht falsch sein, oder?

Ich glaube, so zu denken ist ein falscher Ansatz. Jeder denkt sofort an etwas Negatives, wenn man von „Mainstream“ spricht, dabei ist es doch ganz natürlich. Wir Menschen müssen uns anpassen, wir müssen das tun, was andere Menschen auch machen, weil unser System sonst nicht funktionieren würde. Was ist falsch daran, mit seinen Mitmenschen zu kooperieren und von ihnen zu lernen? Sie sind genau wie wir, sie machen auch Fehler, sie (über)leben in der gleichen Gesellschaft wie wir, Tag für Tag.

Die Annahme, man müsse gegen den Strom schwimmen, um sich vom Rest zu unterscheiden, ist eine missverstandene Interpretation der eigentlichen Bedeutung des „Stroms“. Wenn ich gegen den Strom schwimme heißt das, ich versuche, meinem Umfeld und meinen Mitmenschen entgegenzuwirken. Es bedeutet nicht, sich von ihnen abzugrenzen, es bedeutet einfach nur, dass man auf Konfrontation aus ist.

Es gibt immer Menschen, die genau das zum Ziel haben, Menschen, die etwas verändern wollen, aber das schaffen sie am allerwenigsten, wenn sie gegen den Strom schwimmen. Es kostet sie nur unnötig Kraft, weil sie mit aller Macht versuchen, gegen die Strömung anzukommen. Dabei sind sie ganz alleine, sie haben keine Unterstützer und Befürworter, keinen, der ihnen helfen könnte. Sie machen sich nur Feinde, weil sie den Rest des Stroms stören und ihm im Weg stehen. Sich so gewaltvoll Gehör verschaffen zu wollen ist nicht unbedingt der richtige Weg.

Diese Menschen sind meiner Meinung nach Versager, weil sie radikal versuchen, anders zu sein, besser als andere. Sie besitzen zu wenig Selbstbewusstsein, um sich innerhalb des eigentlichen Stroms von ihren Mitmenschen zu unterscheiden, sie besitzen nicht den Mut, anderen Menschen zu zeigen, wer sie sind und dass sie auch so etwas bewirken können, ohne „Nachmacher“ zu sein. Anders sein zu wollen ist nicht unbedingt negativ, es ist sogar unglaublich beeindruckend, wenn Menschen wissen, wer sie sind und was sie wollen.

Jedoch ist dies nur sinnvoll, wenn man mit dem Strom schwimmt. Man findet Menschen, die dieselben Ziele verfolgen, die genauso denken wie man selbst. Man hat Zeit, sich mit ihnen auszutauschen und inspirieren zu lassen. Wenn man seinen Mitmenschen zeigt, dass man genauso ist wie sie, eben auch nur ein Mensch, fühlen sie sich verstanden und öffnen sich. So inspiriert man sich gegenseitig, man baut einen Hauptstrom auf und fließt mit ihm, wächst mit ihm und ist ein Teil des Ganzen. Aber bedeutet das nicht gleichzeitig, dass man in seiner Komfortzone bleibt?

Ich glaube nicht, dass das Schwimmen mit dem Strom einen daran hindert, seine Komfortzone zu verlassen, um sein eigenes Ding zu machen. Auch wenn man nur einer von vielen ist, ist es trotzdem möglich, sich selbst individuell zu entwickeln, eine Persönlichkeit aufzubauen. Man lernt dabei von seinen Mitschwimmern und erkennt seine eigenen Stärken und Schwächen in der Gemeinschaft.

Man hat im Prinzip viel mehr Zeit, sich selbst zu entwickeln und an sich zu wachsen. Ist man nur darauf bedacht, gegen den Strom zu schwimmen, kann man sich auf nichts anderes mehr konzentrieren, als das Ankämpfen gegen den Lauf. So vergisst man vollkommen, sich selbst zu finden und seine Interessen und Ziele zu erkennen. Menschen sind so sehr darauf bedacht, sie von anderen zu unterscheiden, dass sie völlig vergessen, sie selbst zu sein.

Man kann sich auch in einer Gemeinschaft von den anderen abheben, man kann auch zwischen anderen anders sein, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man gegen den Strom schwimmen muss. Ich schwimme gerne mit ihm, ich erkenne mit Freude, dass wir Menschen in gewisser Weise doch alle gleich sind. Auch wenn wir alle einzigartige Individuen mit Persönlichkeit sind, haben wir gemeinsame Interessen, Ziele, Vorstellungen und Träume. Man darf seine eigenen Meinung haben und vertreten, doch man muss sie nicht mit aller Macht durchsetzen. Es wird immer Menschen geben, die anders denken; es ist viel wichtiger, die Menschen zu finden, die gleich denken.

Interessante Menschen findest du genau hier, sie schwimmen mit uns im selben Strom, interessante Menschen sind keine aufmerksamkeitssuchenden Hipster, die um jeden Preis anders sein wollen. Die Menschen, von denen du wirklich lernen und profitieren kannst, die Menschen, die so denken wie du, sind unter uns, sie schwimmen mit demselben Strom wie du. Die Schwierigkeit besteht nur darin, sie zu finden.